Zwischenbericht 2010
„Starke Kunst und starke Nachbarschaft II“ in der VipLounge
Erstes Halbjahr 2010
(Projektlaufzeit des zweiten Teils vom 1.3. – 31.12.2010)
Ausklang des 1. Teils
Der erste Teil des Projektes aus dem Jahr 2009 endete im Februar 2010. Im Januar 2010 suchte das Team der VipLounge Gewerbetreibende und Einrichtungen in Moabit, die die bunten Holzfiguren des 2009 mit großem Erfolg durchgeführten Wettbewerbs „Moabit wird Bunt“ ausstellten. 28 Geschäftsleute, Tierärzte und Apotheker stellten uns ihre Schaufenster zur Präsentation der Kunstwerke zur Verfügung. Ladenbetreiber und Passanten – vor allem Kinder, die die bunten Gestalten meist zuerst entdeckten, - freuten sich sehr über die phantasievollen Gestalten, die die grauen winterlichen Straßen von Moabit aufhellten.
Höhepunkt war unser Kiezspaziergang am 23. Februar 2010, an dem Quartiersräte vom QM–West, interessierte BürgerInnen, der Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke und natürlich einige der kleinen KünstlerInnen teilnahmen.
Beginn des 2. Teils
Der durch diese Aktion geknüpfte Kontakt wirkt sich positiv auf die weitere Arbeit der VipLounge aus. Wir und auch die ausstellenden Kinder lernten interessante Geschäfte und Menschen kennen, die uns vorher unbekannt waren: Moabit besteht nicht nur aus Handelsketten, Billigläden und Spielhallen, eine gute Erfahrung! Zudem können wir dort unsere aktuellen Flyer auslegen, die den Kunden oder Patienten persönlich empfohlen werden!
Im März kamen die meisten Figuren wieder zurück in die VipLounge. Während die Schulen ihre Kunstwerke wieder abholten, um mit ihnen ihre Flure zu verschönern, stellten die Kitas ihre Figuren für eine Ausstellung im Nachbarschaftstreff Rostockerstraße zur Verfügung – vom 6. bis 27. Mai. Auch hier zur Freude der BesucherInnen und der Küchenmannschaft. Von Juni bis September sind die Werke dann im LebensTraum-Cafe Lübeckerstraße und beim Tierarzt Förster Lübecker/Birkenstraße zu bewundern.
Projektteil „HeldInnen einschiffen“
Anknüpfend an unseren großen Erfolg mit dem Wettbewerb Moabit wird Bunt, bei dem sich die VipLounge in Moabit einen Namen gemacht hat, ist einer der Schwerpunkte unserer Arbeit jetzt das Projekt HeldInnen einschiffen.
Zusammen mit interessierten BürgerInnen, Schulen, Kitas, Seniorenheimen wollen wir Schiffe aus Holz aussägen, diese bemalen und mit verschiedenen Materialien gestalten. Fotos von Helden / Vorbildern, historischen, aber auch privaten, werden auf die Schiffe montiert, die deren Namen tragen. Eine Kurzbiographie kommt hinzu.
Wir wollen Menschen, die in Moabit lebten oder leben ein Gesicht geben, wollen sie kennenlernen und einer
breiten Öffentlichkeit vorstellen. So haben wir auch Kontakt mit der Geschichtswerkstatt Tiergarten aufgenommen, geplant ist auch eine Zusammenarbeit mit den Initiatoren der Stolpersteine.
Höhepunkt dieses Projekts ist eine öffentliche Schiffstaufe, bei der die Schiffe den Namen ihrer HeldInnen bekommen.
März / April entwickelte die VipLounge diese Idee und baute einen Prototyp mit der Sozialistin und Jüdin Ottilie Pohl, die bis 1942 in der Beusselstraße lebte. Dieses Schiff ist auf dem neuen Flyer abgebildet.
Wir stellten unser neues Projekt in Schulen und Kitas vor, die wieder begeistert sind und mitmachen wollen, aber auch in zwei Seniorenheimen: dem Pflegeheim Huttenstraße und dem St. Christophorus am Ryke-von-Repko-Platz. Gerade ältere Menschen haben als Zeitzeugen interessante Geschichten zu erzählen, die heute niemand mehr kennt! Wir werden mit ihnen und einigen Kindern einen Workshop durchführen.
Während der Moabiter Kulturtage Inselglück haben wir einen Schnupperkurs zum „Helden einschiffen“ durchgeführt, bei dem eine Schiffsidee mit dem Schriftsteller Kurt Tucholsky entwickelt wurde.
Projektteil „Moabit – bestrickend schön“
Unser zweites Projekt, das längerfristig angelegt ist, ist „Moabit – bestrickend schön“, das sich vor allem an Frauen, gerade auch ältere Migrantinnen richtet. Der öffentliche Raum, Laternen, Fahrradbügel, Zaunpfosten – alles was grau & hässlich ist – soll behäkelt & bestrickt werden, die weibliche Antwort auf Graffiti. Wir haben Kontakt aufgenommen mit einer Frauengruppe, die sich dienstags in der B8 trifft, und auch mit Müttern der MüfüMü.
Projektteil „Verteilerkästen anmalen“
Unser drittes Projekt ist die Gestaltung von den grauen, oft beschmierten Verteilerkästen der Post, T-Com & Vattenfall. Es ist uns gelungen, die Erlaubnis der Betreiber dafür zu bekommen. Endlich dürfen diese hässlichen Kästen im Beussel-Kiez legal verschönert werden. Im Juli soll der erste Kasten im Beusselkiez von Jugendlichen bemalt / besprayt werden. Geplant ist ein kleines Fest mit Musik, Getränken und Kuchen. Weitere Kästen werden folgen. Dieses Projekt stößt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf großes Interesse. Wir hoffen, dass auch andere Mitbürger, wenn sie erste Beispiele sehen, Lust bekommen, einen Kasten vor ihrer Haustür zu verschönern.
Fazit: Alles in allem ein vielversprechendes erstes Halbjahr, in dem gesät wurde, was hoffentlich im zweiten Halbjahr geerntet wird!
Bisherige Öffentlichkeitsarbeit
o verschiedeneFlyer zu den einzelnen Projekten, die in Moabit verteilt wurden
o die Projekte wurden vorgestellt im Internet: Moabit Online, QM Moabit West
o im Abendblatt & der Berliner Woche
o Auf den Straßenfesten in der Wald- und Gotzkowskystraße
Dort haben wir auch mit anwesenden Institutionen und Parteien ( SPD, Grüne ) gesprochen, die alle drei Projekte gut fanden und sie bei sich vorstellen wollen.
o Zwei Tage der offenen Tür am 20. und 27. Mai
Probleme
Wie schon bei unserem Wettbewerb erreicht die VipLounge eher Institutionen wie Schulen, Kitas, Seniorenheime, B8, MüfüMü, die sehr positiv auf die Arbeiten der VipLounge reagieren und sich immer über neue Projekte freuen, als einzelne Nachbarn. Diese kommen vorbei, um sich „ auszuquatschen“, sind aber künstlerisch wenig interessiert. Trotz Werbung wie Flyer, Tage der offenen Tür etc., auch Ansprache Einzelner, bleibt die aktive Gruppe klein. Vielleicht weckt das Teilprojekt „Verteilerkästen gestalten“ eher das Interesse der Nachbarn. Dennoch macht unsere Arbeit Sinn, hat dem grauen Moabit schon einige Farbtupfer verpasst und Menschen jeglichen Alters begeistert und aktiviert.
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